Aufbau einer Kultur des Cybersicherheitsbewusstseins vom ersten Tag an
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Unternehmen müssen das Bewusstsein für Cybersecurity vom ersten Tag an in den Vordergrund stellen, um Mitarbeiter zu befähigen und ihr Vertrauen in die Security zu stärken.
- Menschliches Versagen ist die Hauptursache für Datenschutzverletzungen; in 60 % der Fälle ist ein menschliches Element beteiligt, und 90 % der Unternehmen betrachten ihre Mitarbeiter als das größte Cybersicherheitsrisiko.
- Cybersecurity-Schulungen sollten in den Standard-Onboarding-Prozess integriert werden und nicht aufgeschoben oder als Nebensache behandelt werden.
- Unausgebildete Mitarbeiter machen mit höherer Wahrscheinlichkeit Fehler, wie das Teilen geschützter Daten oder das Opfer von Social Engineering-Angriffen zu werden, was die Notwendigkeit einer frühzeitigen und umfassenden Security-Schulung unterstreicht.
Menschen sind nach wie vor die Hauptursache für Datenschutzverletzungen. Laut dem 2025 Data Breach Investigations Report von Verizon sind 60 % der von Unternehmen gemeldeten Datenschutzverletzungen auf einen menschlichen Faktor zurückzuführen. Wie eine aktuelle Gartner-Umfrage feststellt, kommt der Anruf unterdessen aus dem eigenen Haus – 90 % der Befragten gaben an, dass Mitarbeiter das größte Cybersicherheitsrisiko für ihr Unternehmen darstellen.
Da Führungskräfte wie CIOs, CISOs und Security-Verantwortliche nun paradoxerweise die Aufgabe haben, die Autonomie der Mitarbeiter zu unterstützen, während sie gleichzeitig das Gesamtrisiko reduzieren, ist eine effektive Einarbeitung in die Cybersecurity entscheidend. Hier erfahren Sie, wie Unternehmen Daten schützen und gleichzeitig die Sicherheitskompetenz ihrer Mitarbeiter fördern können.
Cybersecurity-Onboarding: Was Sie abdecken müssen
Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist in erster Linie rollenspezifisch: Die Mitarbeiter erhalten die Ressourcen und Schulungen, die sie benötigen, um in ihrer neuen Position erfolgreich zu sein. Es gibt aber einige Überschneidungen. So erhalten beispielsweise alle Mitarbeiter Informationen über Sozialleistungen, Gehaltsabrechnungen, Zeiterfassungsbögen und alltägliche Arbeitsabläufe.
Cybersecurity fällt unter diesen Oberbegriff, wird aber oft als etwas angesehen, das sich die Mitarbeiter im Laufe der Zeit oder bei einer jährlichen Schulung zur Stärkung des Risikobewusstseins aneignen, wenn das Thema irgendwann einmal zur Sprache kommt. Dieser Ansatz schafft das oben erwähnte Problem: Selbst mit besten Absichten können ungeschulte Mitarbeiter versehentlich geschützte Daten teilen oder Opfer von Social Engineering-Betrügen werden.
Um dieses Risiko zu minimieren, sollte eine Schulung zur Cybersicherheit Bestandteil jedes Einarbeitungsprozesses sein. Auch wenn die Einzelheiten von Unternehmen zu Unternehmen variieren, sind vier Komponenten üblich:
Erwartungen an Passwörter
Trotz der zunehmenden Verbreitung der Multifaktor-Authentifizierung (MFA) bleiben Passwörter der primäre Zugangspunkt für viele Mitarbeiterkonten. Aber genau diese Passwörter sind eine potenzielle Quelle für Security-Lücken. Man bedenke, dass im Jahr 2025 die beiden häufigsten Passwörter „123456“ und „admin“ waren.
Daher ist es sinnvoll, die Erwartungen an Passwörter zu thematisieren: wie viele Zeichen, wie viele Sonderzeichen oder Zahlen und wie oft Passwörter geändert werden müssen. Idealerweise sollten Unternehmen eine Schutzsoftware einsetzen, die regelmäßige Passwortänderungen vorschreibt, anstatt sie nur zu empfehlen, oder Mitarbeiter zur Verwendung eines Passwortmanagers verpflichten.
E-Mail-Interaktionen
Als nächstes sind E-Mails zu nennen. Social Engineering und Phishing-Bemühungen sind weiterhin alltäglich und #oft der erste Kompromittierungspunkt für bösartige Akteure. Das Onboarding sollte praxisorientierte Schulungen umfassen, die potenzielle Warnsignale aufzeigen und den Mitarbeitern anschließend die Möglichkeit geben, Beispiele in Echtzeit zu bewerten und darauf zu reagieren.
Überlegungen zu Mobilgeräten
Viele Unternehmen erwarten jetzt von ihren Mitarbeitern, dass sie ihre eigenen mobilen Geräte mitbringen oder die vom Unternehmen bereitgestellte Technologie nutzen, um in Kontakt zu bleiben. In beiden Fällen sollte das Onboarding eine Diskussion über etwaige Mobile Device Management-Software (MDM) beinhalten, die vom Unternehmen zur Überwachung und Sicherung von Geräten verwendet wird. Onboarding-Teams sollten auch eine Liste genehmigter Anwendungen bereitstellen, die in den Unternehmensnetzwerken zulässig sind.
Kommunikation bei Vorfällen
Es ist auch wichtig, die Berichterstattung über Vorfälle zu besprechen. Bedenken Sie, dass in den letzten 12 Monaten 57 % der Unternehmen einen erfolgreichen Ransomware-Angriff erlebt haben. Eine frühzeitige Berichterstattung kann dazu beitragen, die Auswirkungen dieser Angriffe zu minimieren. Daher sollten neue Mitarbeiter darin geschult werden, was zu melden ist, wann es zu melden ist und wen sie informieren sollen.
Mögliche Fallstricke bei Schulungen zur Cybersicherheit
Datenpannen sind teuer – im Durchschnitt 4,4 Millionen US-Dollar, laut IBMs Cost of a Data Breach Report 2025. Daher ist es für Unternehmen verlockend, sich voll und ganz auf Cybersecurity-Schulungen zu konzentrieren, in der Hoffnung, einen unglaublich teuren Mitarbeitervorfall zu vermeiden.
Das Problem? Das kann mehr schaden als nutzen. Hier sind einige der häufigsten Fallstricke bei der Cybersecurity-Schulung.
1. Übermäßig komplexe Richtlinien
Im Großen und Ganzen sind die Angestellten keine IT-Experten. Richtlinien, die für erfahrenes technisches Personal gedacht sind, können Schulungsbemühungen untergraben, da sie spezielles Wissen voraussetzen und neue Mitarbeiter im Unklaren lassen.
2. Unklare Erwartungen
Sicherheitsrichtlinien sind nur dann wirksam, wenn sie mit klaren Erwartungen einhergehen: Wenn Ereignis „X“ eintritt, ergreifen Sie Maßnahme „Y“. Wenn Sie sich für „A“ entscheiden, ist „B“ die Konsequenz. Ohne diese Erwartungen sind die Mitarbeiter nicht sicher, ob Richtlinien strikte Regeln oder lediglich Security-Vorschläge sind, was den Weg für potenzielle Kompromisse ebnet.
3. Keine Optionen für Anfragen
Egal wie gut Ihre Schulung ist, die Mitarbeiter werden immer noch Fragen haben. Diese Fragen tauchen oft erst im Nachhinein auf, z. B. wenn die Mitarbeiter ihren ersten Arbeitstag antreten. Wenn es keine Möglichkeit zur Anfrage gibt – keinen klaren Kontakt für Fragen oder Bedenken – können Mitarbeiter versehentlich Sicherheitsfehler machen.
Vier Schritte, um das Personal auf den neuesten Stand zu bringen
Cybersecurity ist keine einmalige Angelegenheit. Es handelt sich vielmehr um einen iterativen Prozess, der sich mit den Mitarbeitern weiterentwickelt, während diese mehr Erfahrung in ihren jeweiligen Rollen sammeln. Um das Personal auf den aktuellen Stand zu bringen – und ihnen zu helfen, auf Kurs zu bleiben – beginnen Sie mit diesen vier Schritten.
Schritt 1: Die wichtigsten Probleme angehen
Groß anfangen. Man denke an Ransomware, Phishing und Brute-Force-Angriffe auf Passwörter; an jede Sicherheitslücke, die zu erheblichem Zeit- und Geldverlust führen könnte. Betonen Sie die Risiken und geben Sie klare Anweisungen, um eine versehentliche Exposition zu vermeiden.
Schritt 2: Verbinden Sie Aktionen mit Ergebnissen
Verknüpfen Sie anschließend mögliche Aktionen mit direkten Ergebnissen. Wenn in den Sicherheitsrichtlinien beispielsweise festgelegt ist, dass die unbefugte Weitergabe von Daten nach dem ersten Fall zu zusätzlichen Schulungen und nach dem nächsten Fall zu disziplinarischen Maßnahmen führen kann, sollten Sie dies deutlich machen.
Schritt 3: Zeit für Fragen und Antworten einplanen
Überstürzen Sie die Sicherheitsschulung nicht und schicken Sie die Mitarbeiter nicht gleich wieder weg. Nehmen Sie sich stattdessen Zeit für Fragen. Je nach Kenntnisstand der Mitarbeiter hinsichtlich der Unternehmenssysteme und Security-Prozesse benötigen sie möglicherweise eine Überprüfung der grundlegenden Richtlinien oder haben weiterführende Fragen. Die Beantwortung dieser Fragen verringert das Risiko einer versehentlichen Kompromittierung.
Schritt 4: Zugriffsberechtigungen mit der Mitarbeiterposition abstimmen
Dieser Onboarding-Schritt obliegt den Vorgesetzten und IT-Teams. Der Zugriff auf Unternehmensressourcen sollte stets nach der Rolle des Mitarbeiters beschränkt werden. Hier kann der Einsatz von Identifikations- und Zugriffsmanagement-Tools (IAM) helfen, das Management zu optimieren und mögliche Risiken zu verfolgen.
Reibungsloser Ablauf: Die Auswirkungen eines effektiven Onboardings im Bereich Cybersicherheit
Ein rollenbasiertes Onboarding hilft neuen Mitarbeitern, sich in ihrer Position zu bewähren. Die Einarbeitung in die Cybersecurity reduziert das Risiko, das neue Mitarbeiter für die Daten, Netzwerke und Abläufe des Unternehmens darstellen.
Beste Wahl? Helfen Sie den Mitarbeitern, Sicherheitsvertrauen zu gewinnen, indem Sie umfassende Schulungen anbieten, die ihre Sprache sprechen, Ursache und Wirkung klar kommunizieren, Zeit für Fragen lassen und einen klaren Weg für Prozessanfrage und Vorfallberichterstattung bieten.
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