UN-Bericht beleuchtet globale Online-Betrugssyndikate
Die Fortschritte bei der Beeinträchtigung der Möglichkeiten cyberkrimineller Syndikate, Online-Betrug zu begehen, beginnen Wirkung zu zeigen.
Die Vereinten Nationen haben einen Bericht veröffentlicht, in dem festgestellt wird, dass immer mehr Operationen der Cyberkriminellen, die diese Art von Verbrechen begehen, in Ländern wie Kambodscha, Laos, Myanmar und den Philippinen gestört werden. Die Syndikate reagieren darauf, indem sie ihre Operationen in Gebiete verlegen, in denen die Durchsetzung der Gesetze nicht annähernd so stark ist wie in einer Großstadt.
Gleichzeitig stellt der Bericht fest, dass diese Gruppen ihre Aktivitäten in andere Regionen wie Südamerika und den Nahen Osten verlagern. Damit reagieren sie auf die Razzien und weiten ihre Aktivitäten global aus.
Insgesamt schätzt der Bericht, dass cyberkriminelle Syndikate, die verschiedene Arten von Online-Betrug durchführen, jährlich etwa 40 Milliarden Dollar Gewinn machen. Dem UN-Bericht zufolge stehen im Zentrum dieser Operationen Betrugszentren im industriellen Maßstab, die von hochentwickelten transnationalen Syndikaten und Netzwerken aus Geldwäschern, Menschenhändlern, Datenhändlern und einer wachsenden Zahl weiterer spezialisierter Dienstleister und Vermittler betrieben werden.
Darüber hinaus betreiben diese Syndikate jetzt illegale Online-Marktplätze in ganz Südostasien, die nicht nur das Ausmaß des Fraud erweitern, sondern auch zur Geldwäsche genutzt werden, indem sie die offiziellen Finanzsysteme umgehen. Der UN-Bericht identifiziert beispielsweise Huione Guarantee, das kürzlich in Haowang umbenannt wurde, als einen der weltweit größten illegalen Online-Marktplätze. Die überwiegend chinesischsprachige Plattform mit Hauptsitz in Phnom Penh, Kambodscha, ist auf mehr als 970.000 Nutzer und Tausende von miteinander verbundener Anbieter angewachsen. Die USA versuchen nun, dieser Gruppe den Zugang zum US-Finanzsystem zu entziehen, weil sie angeblich Kryptowährungen in Milliardenhöhe für Cyberkriminelle wie die Lazarus Group mit Sitz in Nordkorea gewaschen hat. Im gegenwärtigen politischen Klima ist es auch denkbar, dass Länder, die den Eindruck erwecken, dass sie nicht genug tun, um illegale Online-Marktplätze einzuschränken, eines Tages mit saftigen Zöllen belegt werden.
Für diese Angriffe nutzen Cyber-Syndikate die Fähigkeiten von Personen, die entweder bereitwillig mitmachen oder gezwungen werden, beispielsweise Liebesbetrügereien mit einsamen Personen durchzuführen, um an ihre Ersparnisse zu gelangen.
Noch schwieriger ist, dass diese Arten von Online-Betrug immer raffinierter werden. Da generative Tools für künstliche Intelligenz (KI) immer leichter zugänglich sind, nutzen cyberkriminelle Syndikate sie, um ausgefeiltere Cyberangriffe zu entwickeln, die weniger Schwachstellen aufweisen, die Verdacht erregen könnten.
Die UNO fordert nicht nur ein stärkeres Bewusstsein für die Aktivitäten dieser Syndikate, sondern auch strengere Finanzvorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche. Zudem benötigen die Strafverfolgungsbehörden weltweit die erforderlichen Technologien und Schulungen, um diese Art von Transaktionen besser identifizieren zu können.
Es kann eine Weile dauern, bis eine solche koordinierte Anstrengung eine wesentliche Auswirkung hat. Klar ist jedoch, dass Cybercrime-Syndikate die Not der lokalen Gemeinschaften ausnutzen, um sich die nötige Arbeitskraft zu sichern, um Online-Betrügereien in einem Ausmaß durchzuführen, das noch vor nicht allzu langer Zeit unvorstellbar gewesen wäre. Die Herausforderung und die Chance bestehen nun darin, nicht nur die Syndikate und die Regierungen zu bestrafen, die ihnen eine Basis für ihre Operationen bieten, sondern auch ein Wohlstandsniveau zu fördern, das es weitaus weniger attraktiv macht, sich überhaupt daran zu beteiligen.
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