IT-Infrastruktur-Security wird politisch

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Die USA und die Europäische Union werden Ende des Jahres eine gemeinsame Finanzierung zum Schutz der IT-Infrastruktur in Entwicklungsländern bereitstellen. Diese Initiative wird über den Trade and Technology Council finanziert – ein Forum, das die USA und die EU im letzten Jahr gemeinsam ins Leben gerufen haben, um Streitigkeiten über mehrere politische Bereiche zu lösen.

Die Bemühungen konzentrieren sich auf die Sicherung der Infrastruktur, die viele dieser Länder von Unternehmen mit Sitz in China erworben haben. Das Problem ist, dass die Hersteller dieser Geräte – auch wenn sie das Gegenteil behaupten – von der chinesischen Regierung zur Installation von Hintertürchen aufgefordert wurden, die von Cyberspionage-Diensten genutzt werden könnten.

Die USA haben versucht, den verschiedenen Ländern davon abzuraten, Produkte von Herstellern mit Sitz in China zu kaufen. Jedoch haben viele Unternehmen ihre IT-Infrastruktur von Anbietern mit Sitz in China anstelle von Konkurrenten in den USA oder Europa erworben. Manche Länder haben die Nutzung von IT-Infrastrukturen von chinesischen Anbietern strikt verboten, aber es gibt auch viele Länder innerhalb und außerhalb der EU, die dies bereits zulassen.

Es ist nicht klar, inwieweit die bereitgestellten Mittel zum Austausch oder zur besseren Sicherung dieser Ausrüstung verwendet werden. Unabhängig davon ist es offensichtlich, dass die USA und die EU nicht nur vor der Verwendung dieser Geräte warnen, sondern auch Geld investieren, um ihren Cybersecurity-Bedenken nachzukommen. IT-Anbieter mit Sitz in den USA und der EU könnten sogar mit Regierungsbehörden an Angeboten zur Auftragsvergabe arbeiten, um mit Anbietern mit Sitz in China um den Aufbau der Infrastruktur in einem anderen Land zu konkurrieren. Die EU bekundet auch Interesse an einer Zusammenarbeit mit den USA beim Aufbau einer sichereren digitalen Infrastruktur in der Ukraine.

Der Erwerb einer IT-Infrastruktur ist jedoch nur ein Bestandteil der Cybersecurity. Vielen Organisationen in Entwicklungsländern fehlen die notwendigen Ressourcen, um die Sicherheit der Infrastruktur zu gewährleisten. Es ist nicht klar, inwieweit die USA und die EU bereit sind, zusätzliche Mittel zur Sicherung der IT-Infrastruktur bereitzustellen. Unabhängig von der Herangehensweise wird der globale Markt für IT-Infrastrukturen nun entlang ideologischer Grenzen zerbrochen. Tatsächlich könnte sich das Internet selbst in die gleiche Richtung entwickeln, da sowohl China als auch Russland ihre Einflussbereiche weiter ausbauen.

Cybersecurity ist jetzt offensichtlich ein viel größerer Faktor beim Erwerb von IT-Infrastruktur. Die Tage, an denen das einzige große Problem das relative Preis-Leistungs-Verhältnis war, sind nun offiziell vorbei. In den kommenden Monaten wird ein Großteil der IT-Infrastruktur zerlegt und ersetzt, da die USA und die EU viel mehr wirtschaftlichen Druck ausüben. Die IT-Infrastrukturanbieter in China werden natürlich von ihrer Regierung zusätzliche finanzielle Unterstützung erwarten, um ihr Angebot so attraktiv wie möglich zu gestalten, indem sie beispielsweise die IT-Infrastruktur zu einem Teil eines größeren Hilfspakets machen, das auf ein Entwicklungsland ausgedehnt wird.

In der Zwischenzeit werden Cybersecurity-Teams gebeten, die Risiken der Geschäftstätigkeit in Ländern zu bewerten, die diese Geräte nutzen. Eine Hintertür zu den Geräten kann eingesetzt werden, um Malware an andere Netzwerke zu verteilen, unabhängig davon, welches Unternehmen die zugrunde liegende Infrastruktur bereitgestellt hat. Ob man will oder nicht – Unternehmen auf der ganzen Welt müssen sich für eine Seite entscheiden oder darüber hinaus beweisen, dass die von ihnen eingesetzte IT-Infrastruktur absolut sicher ist.

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