Es ist an der Zeit, das VPN in den Ruhestand zu schicken

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Im Zuge der COVID-19-Pandemie hat die Nutzung von virtuellen privaten Netzwerken (VPNs) drastisch zugenommen. Eine Umfrage unter 1.834 Erwachsenen in den USA, die von CouponFollow (einem Dienst für Online-Gutscheine) durchgeführt wurde, zeigt, dass mehr als ein Drittel der Befragten (35 %) inzwischen ein VPN nutzen. Die Hälfte der VPN-Benutzer verwendet ihr VPN zum anonymen Surfen (49 %), während 45 % ein VPN für die Arbeit nutzen.

Mehr als jeder Zehnte (12 %) fing im Zuge der COVID-19-Pandemie damit an, ein VPN zu nutzen. Jeder Fünfte (21 %) installierte ein VPN, weil er im letzten Jahr von zu Hause aus arbeiten musste. Mehr als die Hälfte (51 %) der Befragten, die ein VPN verwenden, nutzen es oft oder sogar immer. Fast die Hälfte (46 %) der Amerikaner beabsichtigt, nach dem Ende der Pandemie weiterhin ein VPN zu nutzen.

Ein höherer Prozentsatz der Endbenutzer verwendet ein VPN auf ihrem Arbeitscomputer oder -gerät (33 %) als auf ihrem privaten Gerät (27 %). Noch weniger (20 %) haben ein VPN auf ihrem mobilen Gerät installiert.

Die Studie ergab auch, dass die VPN-Nutzung unter Männern (47 %) beliebter ist als unter Frauen (28 %). Die Nutzung ist zudem bei den jüngeren Umfrageteilnehmern höher: 43 % der Millennials & Gen-Z-Befragten nutzen ein VPN, verglichen mit 41 % der Gen X. Mehr als die Hälfte der Gen X (57 %), die VPN nutzen, gaben an, es fast immer eingeschaltet zu haben. Weniger als ein Viertel der Baby-Boomer (24 %) sind VPN-Nutzer.

Die meisten Endbenutzer nutzen ein VPN, das ihnen als Service (also nicht als Software) von einer IT-Abteilung zur Verfügung gestellt wird und es ihnen ermöglicht, einen Tunnel für den Fernzugriff auf Anwendungen einzurichten, die sich hinter einer Unternehmensfirewall befinden. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass die Nutzung von VPNs sowohl als vom Arbeitgeber bereitgestellter Service als auch als vom Arbeitgeber bereitgestellte Software deutlich höher ist.

Viele IT-Abteilungen müssen sich jedoch mit der Tatsache auseinandersetzen, dass auch die Abhängigkeit von Cloud-Anwendungen nun viel höher ist. In vielen Fällen wird der gesamte Netzwerkverkehr, der von diesen Anwendungen generiert wird, durch ein lokales Rechenzentrum umgeleitet (Backhauling), bevor er über ein VPN an Endbenutzer weitergeleitet wird. Natürlich ist das Erlebnis bei Cloud-Anwendungen, die über ein VPN bereitgestellt werden, sehr unterschiedlich. Es ist offensichtlich, dass mehr Benutzer als je zuvor zukünftig von zu Hause aus arbeiten werden, auch nachdem die COVID-19-Pandemie vorbei ist. Danach obliegt es den IT-Teams, einen sicheren Zugriff auf eine wachsende Anzahl von Cloud-Anwendungen zu gewährleisten, bei dem das Anwendungserlebnis nicht so sehr beeinträchtigt wird wie bei einem VPN.

Die primäre Methode, dieses Ziel zu erreichen, ist eine SASE-Plattform (Secure Access Service Edge) oder ein SASE-Service, die/der in der Regel Firewalls am Netzwerkrand einschließt. Eine SASE-Plattform oder ein SASE-Service ist im Wesentlichen eine sichere Implementierung eines Software-defined Wide Area Network (SD-WAN) und ermöglicht es, den Netzwerkverkehr über ein sicheres Cloud-Gateway direkt zu einer Cloud-Anwendung oder zu einer IT-Umgebung vor Ort zu leiten. Es ist kein Backhauling des Netzwerkverkehrs mehr erforderlich. Diese Plattform kann dann über eine SDP-Software (softwaredefinierter Perimeter) auf Remote-Benutzer ausgeweitet werden, um die üblicherweise umständlich zu verwaltende VPN-Client-Software zu ersetzen.

VPNs spielen während der Pandemie zweifelsfrei eine wichtige Rolle bei der Fernarbeit. Doch es ist nun einfach an der Zeit, auf eine flexiblere Netzwerkarchitektur umzusteigen, die daneben auch noch sicherer ist. Die Umfrage von CouponFollow zeigt, dass 28 % der Befragten fälschlicherweise glauben, ein VPN würde ihr Gerät vor Viren und Malware schützen.

Es kann eine Weile dauern, bis SASE-Plattformen und -Dienste VPNs ersetzen. Doch da nun mehr Unternehmen als je zuvor zu einer Zero-Trust-IT-Architektur übergehen, wird das VPN schnell obsolet werden.

 

 

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