Vorhersagen: Zu erwartende Änderungen im Jahr 2021

Druckfreundlich, PDF & E-Mail

Zum Start des Jahres 2021 werfen wir einen Blick voraus auf die Veränderungen, Entwicklungen und Trends, die die Cybersicherheitsbranche im kommenden Jahr erwartet. Um Sie bei den Vorbereitungen auf 2021 zu unterstützen, führten wir Gespräche mit drei Führungskräften bei Barracuda. Jeder der drei brachte aus eigener Perspektive seine Vorhersagen über die nächsten 12 Monate ein und erläuterte, worauf Unternehmen in Bezug auf ihre Sicherheit achten müssen.

Hatem Naguib, COO

Zuerst möchte ich folgende Bemerkung machen: Wenn irgendjemand auch nur die Hälfte der Dinge vorhergesagt hätte, die 2020 passiert sind, sollten wir dieser Person viel Geld für ihre Vorhersagen für 2021 bezahlen. Im Jahr 2021 können wir die Fortsetzung vieler wichtiger Trends des Jahres 2020 erwarten. Insbesondere:

  1. Verteilte Unternehmen und Homeoffice-Arbeit. Innerhalb weniger Wochen arbeiteten nun nicht mehr 10%, sondern über 90% der Mitarbeiter im Homeoffice. IT-Organisationen mussten daher schnell Zugriffs- und Sicherheitskontrollen für ihre Angestellten einrichten. Dieser Trend wird sich 2021 fortsetzen, da viele Unternehmen langsam einige zentrale Mitarbeiter in ihre Einrichtungen zurückholen und Maßnahmen ergreifen, die ihren Mitarbeitern Flexibilität bieten, sofern die Produktivität aufrechterhalten bleibt.
  2. Cloud-Migration. Hier beobachten wir zwei Haupttrends. Erstens werden neue Anwendungen als Software as a Service (SaaS) statt als lokale Implementierung bereitgestellt. Zweitens, und wichtiger noch, werden bestehende lokale Anwendungen schneller in die Cloud migriert. Typischerweise nehmen Makro-Trends wie digitale Transformation und die Nutzung von Cloud-Services immer schneller zu, bis es zu einem Wendepunkt kommt. Für viele passierte dieser Wendepunkt im Jahr 2020 mit der Cloud. Die COVID-19 Pandemie zwang viele Unternehmen, ihre Migration zu Cloud-Services deutlich zu beschleunigen und so mit Schließungen und Telearbeit umzugehen.
  3. Mangel an wichtigen Ressourcen zur Entschärfung von Sicherheitsproblemen. Trotz Rezession und Jobverlusten aufgrund der COVID-19 Pandemie wird es weiterhin einen Mangel an Cybersecurity-Fachkräften geben.
  4. Vermehrte Angriffe, die die neue Situation ausnutzen– abgelenkte Mitarbeiter, die globale Pandemie, Kostendruck durch die Rezession, Fernzugriff und die beschleunigte Einführung von Cloud-Services. Für Cybersicherheitsprofis wäre jeder dieser Umstände allein ein Grund zur Sorge. Da all diese Makro-Trends gleichzeitig ablaufen, sind wir gefordert, höchste Wachsamkeit gegenüber denjenigen zu zeigen, die diese Situationen ausnutzen könnten.

 

Fleming Shi, CTO

Über einen Rückzug freue ich mich sehr, doch gleichzeitig macht er mir Sorgen: Maze Ransomware ist auf dem Rückzug, aber das bedeutet nicht, dass dieses Jahr keine neuen Ransomware-Stämme mehr auftauchen werden. Im Jahr 2021 werden meiner Meinung nach ein paar Elemente weiterhin vorrangig die Cybersicherheit vorantreiben. Darunter fällt zum Beispiel, dass SASE (Secure Access Service Edge) definitiv von Dauer ist. 2021 wird der Fokus auf der Absicherung von Geräten und Edges in weit verteilten Umgebungen liegen. Sie müssen also bedenken, dass Sie Bedrohungen nicht mehr auf der Grundlage von IP-Adressen, die auf Domains basieren, blockieren können. Cyberkriminelle werden die Endgeräte der Mitarbeiter infiltrieren. Die Angriffe werden in der Regel auf der Datenebene beginnen und sich dann lateral entlang der verfügbaren Achsen bewegen. Dateisynchronisierung und -freigabe ist zum Beispiel eine SaaS-Lösung, die Sie also nicht nach IP-Adresse blockieren können. In Bezug auf Sicherheit wird ein Fokus auf die sogenannte Mikrosegmentierung von Bedeutung sein, d. h. an einer anderen Stelle als am Netzwerk, IPv4-Stack oder Infrastruktur-Stack zu arbeiten, um näher an das Endgerät und die Daten heranzukommen.

 

 

Klaus Gheri, VP, Network Security

Die COVID‑19 Pandemie und der dadurch entstandene Druck, Arbeitsgewohnheiten und Arbeitsumgebungen zu verändern, werden weiterhin für erhöhte Angriffsflächen sorgen. Mit Zero Trust Network Access-Lösungen und der beschleunigten Einführung von cloud-basierten Lösungen können Unternehmen das Risiko unter Kontrolle halten. Endgeräte von Unternehmen werden hauptsächlich außerhalb der Umgebung des Unternehmensnetzwerks in Homeoffice-Umgebungen verwendet werden. Viele Organisationen werden also ihre derzeitigen Ansätze zur Endgerät-Sicherheit und zur Durchsetzung von Compliance überprüfen müssen. 

Hatem, Fleming, Klaus und andere Barracuda-Führungskräfte werden hier gelegentlich ihre Erkenntnisse und ihr Fachwissen über die Public Cloud, digitale Transformation, den Status Quo der Cybersicherheit und mehr teilen. Abonnieren Sie unseren Blog und erhalten alle unsere Updates!

Nach oben scrollen
Twittern
Teilen
Teilen