Cybersicherheitsbedenken nehmen rascher zu als Budgetzuweisungen

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Bei einer von The Travelers Companies durchgeführten Umfrage unter 1.200 Unternehmensführungskräften gaben fast ein Viertel aller Befragten (22%) an, dass ihre Unternehmen einem Cyberereignis zum Opfer gefallen seien. Dies ist der höchste Prozentsatz seit der erstmaligen Durchführung der Umfrage durch das Versicherungsbranchenkonglomerat im Jahr 2014. Der Prozentsatz der Führungskräfte, die Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Risiken ergreifen, ist hingegen gesunken.

Insgesamt geht aus der Umfrage hervor, dass Cyberrisiken (56%) die zweitwichtigste Bedrohung darstellen, was die Gefährdung für das jeweilige Unternehmen angeht. Häufiger wurde nur das aktuelle Maß an wirtschaftlicher Unsicherheit genannt. Der Prozentsatz liegt hier mit 57% nur einen Punkt höher. Folgendes sind die häufigsten Cybersicherheitsbedenken:

  • Sicherheitsverstöße (52%)
  • Unbefugter Zugriff auf Finanzsysteme (50%)
  • Gefährdung von Unternehmensinformationen durch Mitarbeiter (48%)
  • Cyber-Erpressung/Ransomware zum Opfer fallen (47%)
  • Diebstahl der Kundendaten des Unternehmens (47%)
  • Aufgrund der Arbeit von Mitarbeitern im Home-Office einem Cyber-Ereignis zum Opfer fallen (47%)

Viele dieser Bedenken können natürlich der Tatsache zugeschrieben werden, dass infolge der Pandemie mehr Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Der Prozentsatz der Unternehmen, bei denen nach eigener Angabe mindestens 40% aller Mitarbeiter nicht im Büro arbeiten (59%) hat sich während der Pandemie nahezu verdoppelt.

Trotz dieser erhöhten Bedenken haben laut der Umfrage weniger Unternehmen Maßnahmen zur Senkung von Cyberrisiken ergriffen als noch vor einem Jahr. Weniger als die Hälfte der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen Software zur Erkennung des Eindringens von Hackern eingesetzt (48%), eine Einschätzung von Cyberrisiken durchgeführt (47%), einen Geschäftskontinuitätsplan zur Reaktion auf Cyberangriffe erstellt (42%) oder das potenzielle Risiko, das von den Zulieferern des Unternehmens ausgeht, eingeschätzt (37%) hat.

Es liegt ganz allgemein gesprochen auf der Hand, dass IT-Organisationen infolge von COVID-19 immer noch daran arbeiten, in Sachen Sicherheit auf den neuesten Stand zu kommen. Eine von ManageEngine, einem zu Zoho gehörenden Anbieter von IT-Management-Tools, durchgeführte separate Umfrage unter 1.500 Mitarbeitern hat ergeben, dass fast zwei Drittel aller Befragten mit einem Unternehmensgerät für die Arbeit im Home-Office ausgestattet wurden. Leider vermelden 37% dieser Befragten auch, dass es keine Einschränkungen im Zusammenhang mit diesen Unternehmensgeräten gibt. Sie können problemlos auf jede beliebige Website zugreifen und jede gewünschte Software herunterladen. Mehr als die Hälfte der Befragten (54%) gab an, dass sie eine Website trotz einer Warnung zu mangelnder Sicherheit besuchen würden.

Für die Nichtergreifung von Maßnahmen zur Bewältigung von Sicherheitsproblemen gibt es oft schlicht und einfach wirtschaftliche Gründe.Eine von Kaspersky durchgeführte Umfrage unter mehr als 5.000 IT- und Cybersicherheitsfachleuten hat ergeben, dass kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im Schnitt 275.000$ für Cybersicherheit ausgeben. Bei großen Unternehmen wurden 14 Mio. $ investiert. Der Anteil von Cybersicherheit am gesamten IT-Budget ist gestiegen. Die schlechte Nachricht ist, dass das IT-Budget geschrumpft ist. Aus der Umfrage geht hervor, dass das gesamte IT-Budget bei KMU von 1,2 Mio. $ im Jahr 2019 auf 1,1 Mio. $ im Jahr 2020 gesunken ist. Bei Großunternehmen wurde ein Rückgang von 74,1 Mio. $ auf 54,3 Mio. $ verzeichnet.

Es gibt jedoch auch positive Nachrichten für Cybersicherheitsteams: 71% aller Unternehmen erwarten, dass sich ihr Cybersicherheitsbudget in den nächsten drei Jahren trotz eines Rückgangs des IT-Gesamtbudgets erhöhen wird.

Es gibt natürlich keine direkte Korrelation zwischen dem erzielten Maß an IT-Sicherheit und der Höhe der Ausgaben. Angesichts einer zunehmenden Häufigkeit und Ausgeklügeltheit von Cybersicherheitsangriffen kann es jedoch nicht schaden, über die nötigen finanziellen Mittel für eine rasche Reaktion zu verfügen.

 

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