So zwingen Lockdowns Unternehmen dazu, ihre Netzwerkarchitekturen zu überdenken

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Die Pandemie hat die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, in vielerlei Hinsicht verändert. Aber in den meisten Fällen hat die Nutzung digitaler und Cloud-basierter Technologien zugenommen, um die Folgen von Social Distancing und staatlich verordneten Lockdown-Maßnahmen abzufedern. Obwohl die digitale Transformation bereits lange vor COVID‑19 an Popularität zunahm, haben wir möglicherweise einen Wendepunkt in ihrer Annahme erreicht. Neue Cloud-basierte Geschäftsmodelle wurden schnell entwickelt, während Geschäftsinhaber die Bedeutung einer nahtlosen Remote-Konnektivität und des Zugangs zu Online-Ressourcen weitgehend erkannt haben.

Jeder Mitarbeiter im Homeoffice ist jetzt praktisch eine eigene kleine Niederlassung. Somit sind die Voraussetzungen für eine stärkere Nutzung von SD-WAN-Funktionen für sicheres, optimiertes Arbeiten in der Cloud geschaffen.

Netzwerke unter Druck

Obwohl die Situation immer noch sehr vage ist, begannen schätzungsweise 40% der Arbeitnehmer in ganz Europa infolge der Pandemie in Vollzeit von zu Hause aus zu arbeiten. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor der Pandemie üblich. In einigen Ländern und Städten wie London (57%) lag die Zahl sogar noch höher. Da sich bereits zweite Ansteckungswellen abzeichnen, könnte dieser Trend einer massenhaften Einführung von Remote-Arbeit zur Norm für viele Unternehmen werden. Allerdings ging mit diesem raschen Wandel auch eine zusätzliche Belastung für traditionelle Netzwerkarchitekturen einher.

VPNs haben für einen Großteil der negativen Publicity gesorgt. Möglicherweise boten sie eine adäquate Lösung bei der Unterstützung einer kleinen Anzahl von Remote-Mitarbeitern. Verschiedene Berichte deuten jedoch darauf hin, dass die Struktur für den Remote-Zugriff vieler Organisationen während der Krise als mangelhaft empfunden wurde. Das wiederum führte zu Leistungsproblemen, welche die Produktivität und den Zugang zu Cloud-Anwendungen behinderten. Außerdem traten Sicherheitsprobleme auf. Ein Anbieter erklärte, dass 43% der IT-Betriebsleiter Probleme mit dem Patching von Remote-Endpunkten hatten, was zum Teil auf überlastete VPN-Tunnel zurückzuführen ist.

Dies geschieht zu einer Zeit, in der Cyberkriminelle ihre Bemühungen darauf konzentrieren, sich auf abgelenkte Remote-Mitarbeiter zu konzentrieren, die möglicherweise unsichere Rechner und Netzwerke nutzen. Ein anderer Anbieter warnte vor diesem Hintergrund vor einem 127-prozentigen Anstieg der exponierten RDP-Endpunkte.

SD-WAN als Retter in der Not

Während Remote-Mitarbeiter schnellen und sicheren Zugang zu Unternehmens- und Cloud-gehosteten Anwendungen benötigen, hat die Sicherheits- und Netzwerkinfrastruktur weitgehend nicht Schritt gehalten. Genau hier kann SD-WAN helfen.

Es entkoppelt die Netzwerk-Hardware von der Steuerungsschicht und virtualisiert das WAN, um die Konfiguration und das Routing des Datenverkehrs zu vereinfachen. IT- und Netzwerkadministratoren können Sicherheitsrichtlinien und Bandbreite per Mausklick von jedem beliebigen Standort aus verwalten, anstatt gezwungen zu sein, das Netzwerk manuell zu konfigurieren. SD-WAN bietet auch zusätzliche Intelligenz, indem der Datenverkehr für geschäftskritische Anwendungen priorisiert wird, und senkt die Kosten gegenüber älteren MPLS-Systemen, da der Traffic über das Internet geleitet wird.

SD-WAN scheint daher eine bevorzugte Option für Unternehmen zu sein, die Remote-Arbeit in großem Maßstab und einen sicheren Zugang zu Cloud-Diensten und -Anwendungen gewährleisten möchten.

Der richtige Ansatz

SD-WAN an sich ist jedoch keine Wunderwaffe. Die Migration kann komplex und schwierig zu implementieren sein und erfordert ein manuell verwaltetes Gateway in der öffentlichen Cloud, was wiederum zu Sicherheitsproblemen führen kann. Viele SD-WAN-Lösungen erfordern außerdem separate Sicherheitslösungen oder einen Cloud-Service, was die Kosten und die Komplexität weiter erhöht. Wenn sich Unternehmen für eine Telko- oder Netzwerkdienstanbieter-Option entscheiden, haben sie mit Blick auf das schnelle Hinzufügen neuer Standorte möglicherweise mit einem Mangel an Flexibilität zu kämpfen.

Daher ist es wichtig, nach einem externen SD-WAN-Anbieter zu suchen, der Sicherheit und Netzwerkoptimierung in einem umfassenden Angebot kombiniert, um die Bereitstellung und Nutzung so einfach wie möglich zu gestalten und die Kosten so gering wie möglich zu halten. Wollen Unternehmen von Secure Access Service Edge (SASE) profitieren, einem relativ neuen Konzept, das an Popularität gewinnt und zuerst von Gartner geprägt wurde, sollte das SD-WAN-Framework zudem nativ in ein Public Cloud-Netzwerk integriert werden. Damit wird SD-WAN mit Netzwerksicherheitsfunktionen wie CASB und Firewall-as-a-Service gebündelt, „um die dynamischen, sicheren Zugriffsanforderungen von Organisationen zu unterstützen“.

Mit SD-WAN, das in ein Public Cloud-Netzwerk integriert ist, können Unternehmen von noch höherer Sicherheit, verbesserter Leistung für Site-to-Site- und Site-to-Cloud-Verbindungen, Zero-Touch-Bereitstellung und erheblich reduzierten Kosten profitieren. Nach Angaben von Barracuda Networks haben 23% der globalen Unternehmen SD-WAN bereits eingeführt. Weitere 51% sind entweder gerade dabei oder erwarten, die Einführung innerhalb der nächsten 12 Monate umzusetzen. Angesichts der Tatsache, dass in der Welt nach COVID‑19 wahrscheinlich viel mehr Wert auf Remote-Arbeit gelegt wird, ist dies ein kluger Schritt zur Zukunftssicherheit Ihres Unternehmens.

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