Asien-Pazifik-Studie: Remote-Arbeit wird es auch in Zukunft geben, aber die Sicherheit muss gewährleistet sein

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Laut einer neuen Studie von Barracuda hat COVID-19 bei 62% der Unternehmen im Asien-Pazifik-Raum für eine um mindestens fünf Jahre beschleunigte Einführung von Remote-Arbeit gesorgt. Das ist insbesondere in den Branchen Recht (75%), Human Resources (75%), Bildung (67%) sowie Reisen und Verkehr (67%) der Fall.

Organisationen müssen derweil überlegen, ob sie in der neuen Normalität noch die passende Sicherheitsstrategie verfolgen. Die Studie zeigte nämlich, dass fast die Hälfte der Befragten nicht über eine aktuelle Strategie für Cybersicherheit verfügt, die für die Schwachstellen ausgelegt ist, die die Vollzeit-Remote-Arbeit mit sich bringt.

Die Asien-Pazifik-Studie wurde im Auftrag von Barracuda von der unabhängigen Forschungsagentur Censuswide im Juli 2020 durchgeführt. Befragt wurden 1.055 Entscheidungsträger in der Wirtschaft in Australien, Neuseeland, Singapur, Hongkong und Indien, um Einblicke in das aktuelle Mindset von Wirtschaftsführern zu den Chancen und Herausforderungen in Bezug auf künftige COVID-19-bedingte Arbeitstrends zu erhalten.

Die Untersuchung zeigt, dass Wirtschaftsführer in der Region inzwischen optimistisch eingestellt sind: 82% planen, die Remote-Arbeit nach der Pandemie beizubehalten, um Produktivität der Mitarbeiter und Geschäftskontinuität sicherzustellen und flexiblere Hybrid-Arbeitsumgebungen zu gestalten. Diese Einschätzung teilen sowohl KMU mit 78% als auch Großkonzerne mit 87%.

 

Hier zeigt sich eine bedeutende Veränderung im Denken der Wirtschaftsführer im Asien-Pazifik-Raum, denn sie haben den positiven Effekt von Remote-Arbeit auf die Unternehmensproduktivität insgesamt erkannt. Viele waren gezwungen, ihre Digitalisierungsmaßnahmen und solche für den Weg in die Cloud zu beschleunigen. Das kommt ihnen jetzt zugute, um sich von COVID-19 zu erholen und um eine neue Zukunft für das Unternehmen zu gestalten.

Trotz der positiven Auswirkungen, die das Verlagern auf Remote-Arbeit für Unternehmen in der Region hat, stellt diese Arbeitsform auch vielschichtige Herausforderungen in puncto Sicherheit dar. Viele Unternehmen sind sich nicht bewusst, welche Risiken mit Remote-Verbindungen verbunden sind. 

COVID-19 hat den digitalen Wandel und die Einführung der Cloud beschleunigt

Laut der Studie war COVID-19 bei 75% der Organisationen in der Asien-Pazifik-Region der Auslöser dafür, die digitale Transformation in den nächsten sechs Monaten beschleunigt zu vollziehen, um das traditionelle Geschäftsmodell durch Remote-Arbeit zu entlasten. Das gilt vor allem für größere Unternehmen (87%). KMU agieren hier mit 62% zwar verhaltener, eine deutliche Schwerpunktverlagerung gibt es dennoch.

Eine zentrale Komponente im Transformationsprozess ist das Cloud-Computing. Im Schnitt haben 69% der Befragten den Plan, sämtliche Daten zügig in eine Cloud-basierte Lösung zu bewegen. Das gilt in der Region insbesondere für die Branchen IT und Telekommunikation (81%), Fertigung und Versorgung (76%) sowie für das Gesundheitswesen (74%). 74% sind der Meinung, dass sie durch die Verlagerung die Gesamt-IT-Kosten reduzieren und damit das Wachstum des Unternehmens ankurbeln können. Im Nettoergebnis können 63% der Unternehmen im Asien-Pazifik-Raum seit der Umstellung auf Remote-Arbeit eine Steigerung der Gesamtproduktivität verzeichnen.

 Remote-Arbeit sorgt für vielschichtige Herausforderungen bei der Sicherheit

Aus der Studie geht hervor, dass 51% der Organisationen im Asien-Pazifik-Raum seit der Umstellung auf Remote-Arbeit bereits mindestens einen Daten- oder Cybersicherheitsvorfall hatten. 49% gaben an, dass Mitarbeiter eine Zunahme an Phishing-Angriffen per E-Mail verzeichnen. 45% der Organisationen gehen davon aus, dass sich im kommenden Monat ein Vorfall ereignen wird, und 61% sind besorgt über unbekannte Bedrohungen, die in den nächsten 6 Monaten zu Geschäftsunterbrechungen führen können.

46% der Organisationen im Asien-Pazifik-Raum verfügen nicht über aktuelle Strategien und Lösungen für Cybersicherheit, die auf all die Schwachstellen ausgelegt sind, die die Vollzeit-Remote-Arbeit mit sich bringt. Das ist durchaus besorgniserregend. Dass 63% der Organisationen, insbesondere größere Unternehmen (68%), Mitarbeitern darüber hinaus erlauben, persönliche E-Mail-Adressen und Geräte für die Arbeit zu nutzen, erschwert die Sache noch.

 
Die Aufrechterhaltung einer zuverlässigen Sicherheitspraxis ist maßgeblich, allerdings ein Schritt, der in der Hitze des Gefechts einer schnellen Einrichtung der Remote-Arbeit leicht übersehen wird. Mehr Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten, bedeuten, dass mehr Geräte eine Remote-Verbindung außerhalb des gesicherten Netzwerks herstellen. Deshalb ist es entscheidend zu wissen, was Remote-Mitarbeiter mit Daten machen, die sich schnell der Kontrolle des Unternehmens entziehen. Zudem ist es wichtig, die „neue Normalität“ nachzubearbeiten, um sie effektiver und sicherer zu gestalten.
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