Unterschätzte Sicherheitsrisiken beim Umstieg auf Telearbeit

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Jetzt da viele Mitarbeiter auf unbestimmte Zeit im Home-Office arbeiten, deutet einiges darauf hin, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) kurz vor einem unsanften Weckruf stehen.

Angesichts der COVID-19-Pandemie stellten Unternehmen aller Größenordnungen schnell auf die Remote-Arbeit im Home-Office um. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass viele Mitarbeiter niemals wieder ins Büro zurückkehren werden, da Unternehmen Kosten sparen wollen, beispielsweise, indem sie Büromietverträge auslaufen lassen.

Das Problem ist, dass viele Führungskräfte in KMUs die Risiken noch nicht ganz verstanden haben, denen ihre Unternehmen jetzt ausgesetzt sind. Eine Umfrage unter 507 leitenden Entscheidungsträgern in Unternehmen mit maximal 500 Mitarbeitern von Alliant Cybersecurity ergab, dass etwa ein Fünftel der Befragten (22 %) der Aussage zustimmten, ihr Unternehmen hätte auf Remote-Arbeit umgestellt, ohne eine klare Richtlinie zum Abfangen oder Verhindern von Cybersicherheitsangriffen einzuführen. Noch beunruhigender ist, dass 13 % angaben, ihr Unternehmen wäre nicht auf die sichere Arbeit im Home-Office vorbereitet.


Zudem stimmten 10 % der Befragten zu, Angst vor einem Cyberangriff auf ihr Unternehmen in unmittelbarer Zukunft zu haben. Außerdem gaben 17 % an, sie hätten das Gefühl, ihr Unternehmen wäre jetzt einem höheren Risiko ausgesetzt, und 13 % sagten, sie wüssten, dass ihr Unternehmen bereits mindestens einen Cyberangriff zu verzeichnen hatte.

Interessanterweise ergab der Bericht von Alliant Cybersecurity, dass mehr als die Hälfte der Befragten angab, vor der Pandemie hätte ihr Unternehmen keine regelmäßige Remote-Arbeit zugelassen. Dennoch sagten die meisten Umfrageteilnehmer, sie wären entweder sehr zuversichtlich (45 %) oder eher zuversichtlich (45 %), dass ihr Unternehmen in der Lage sei, Cybersicherheitsbedrohungen abzufangen.

Differing perspective from cybersecurity professionals

Obwohl IT-Fachleute dieses Vertrauensvotum wohl schätzen würden, zeigte eine aktuelle Umfrage unter IT- und Cybersicherheitsfachleuten, die von Barracuda Networks veröffentlicht wurde, dass fast die Hälfte (49 %) von ihnen im kommenden Monat mit einer Datenschutzpanne oder einem Cybersicherheitsvorfall aufgrund von Remote-Arbeit rechnet. Fast genauso viele (46 %) gaben an, sie hätten seit der Umstellung auf Remote-Arbeit während des COVID-19 Lockdowns schon mindestens eine Schrecksituation in Bezug auf die Cybersicherheit erlebt.

Leider ergab auch die Umfrage von Alliant Cybersecurity, dass nur 21 % der Befragten zustimmten, ihr Unternehmen müsse mehr in die Sicherheit investieren, und 24 % gaben an, die Erstellung eines Cyberangriff-Notfallplans zu planen. Ein Viertel (25 %) sagte, sie würden klare Remote-Arbeitsrichtlinien implementieren, um ihr Unternehmen vor Cybersicherheitsbedrohungen zu schützen.

In puncto Cybersicherheit sind die Umfrageergebnisse von Alliant Cybersecurity bestenfalls entmutigend. Viele KMU-Führungskräfte machen ganz unverblümt gute Miene zum bösen Spiel. Experten aus IT und Cybersicherheit hoffen vielleicht das Beste, bereiten sich jedoch im Stillen auf das Schlimmste vor. Nicht wenige erwägen wahrscheinlich sogar einen Karrierewechsel. Wenn die Führungsriege eines Unternehmens das Risiko nicht versteht, ist es für IT- und Cybersicherheitsfachleute schwierig, sich emotional dem Kampf gegen die Bedrohungen zu verschreiben. Es besteht ein Gefühl der Unvermeidbarkeit, die die Beteiligten schließlich entmutigen kann.

Natürlich wird es einige unvermeidliche Angriffe auf KMUs geben, die es in die Schlagzeilen und so auch in die Köpfe der Geschäftsführung schaffen. Doch in Wahrheit hoffen viele KMU-Führungskräfte im Stillen, dass sie nicht als schlechtes Beispiel enden werden. Die meisten Cybersicherheits- und IT-Experten beten genauso dafür, denn letztendlich werden viele von ihnen wahrscheinlich die Schuld auf sich nehmen müssen – ob das nun gerechtfertigt ist oder nicht.

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