Cybersicherheitsexperten dürfen sich auf die Schulter klopfen

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Während der COVID-19-Pandemie gab es mehr Helden, die mehr als nur ihre Pflicht erfüllt haben, als man zählen kann. Von medizinischen Fachkräften bis hin zu den Menschen, die jeden Tag zur Arbeit in einem Lebensmittelgeschäft erschienen sind – wir schulden ihnen unendlich viel Dankbarkeit.

Es gibt aber auch Millionen von Experten im Bereich der IT- und Cybersicherheit, die unzählige unsichtbare Opfer gebracht haben, um Unternehmen am Laufen zu halten und den Menschen die Möglichkeit zu geben, zu Hause zu bleiben. Sie haben vielleicht nicht ihr Leben aufs Spiel gesetzt, aber sie haben sich der aktuellen Herausforderung in einer Weise gestellt, die erstaunlich viel Standhaftigkeit erforderte.

Eine Umfrage von 256 Cybersicherheitsexperten, die von (ISC)², einer gemeinnützigen Vereinigung für Cybersicherheitsfachleute, veröffentlicht wurde, bietet einige Einblicke in die herausfordernde Zeit, in der wir aktuell alle leben.

Ganze 81 Prozent der Cybersicherheitsexperten sagen, dass sich ihre beruflichen Aufgaben während der COVID-19-Pandemie verändert haben, wobei fast die Hälfte (47 %) angibt, von einigen oder allen ihrer typischen Pflichten entbunden worden zu sein, um bei anderen IT-bezogenen Aufgaben zu helfen, beispielsweise bei der Ausstattung von mobilen Mitarbeitern.

Bewältigung von Sicherheitsherausforderungen

Die Herausforderung besteht darin, dass all diese zusätzlichen Aufgaben in einer Zeit übernommen werden, in der Cyberkriminelle die aktuelle Krise nutzen, um mehr Angriffe auf die Cybersicherheit zu starten als jemals zuvor. Fast ein Viertel der Befragten (23 %) gab an, dass die Cyberangriffe gegen ihre Unternehmen seit dem Umstieg auf Remote-Arbeit zugenommen haben.

Diese Angriffe zu vereiteln, ist nicht nur deshalb so schwierig, weil die meisten Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, sondern weil die Experten für Cybersicherheit das ebenfalls tun. Ganze 90 Prozent der in der Umfrage befragten Fachleute für Cybersicherheit arbeiten Vollzeit in Remote-Arbeit. Insgesamt 96 Prozent gaben an, dass ihre Unternehmen physische Arbeitsumgebungen geschlossen haben.

Das Vertrauen in ihre Fähigkeit zur Sicherung von Remote-Systemen ist hoch, aber es gibt Risse. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Teams für Informationssicherheit nicht über die benötigten Ressourcen zur Unterstützung von Remote-Mitarbeitern verfügen. Weitere 34 Prozent teilten mit, dass sie über die erforderlichen Ressourcen verfügen – allerdings nur für den Moment. Darüber hinaus äußerten 41 Prozent, dass ihre Unternehmen Best Practices zur Sicherung ihrer Remote-Mitarbeiter anwenden, während weitere 50 Prozent einräumten, dass sie mehr tun könnten.

Auswirkungen auf die neue Normalität

Eine separate Umfrage unter 300 IT-Fachleuten, die von xMatters veröffentlicht wurde, bietet einige zusätzliche Einblicke. Abgesehen von der Notwendigkeit, interne Mitarbeiter zu unterstützen, die von zu Hause aus arbeiten, versuchen IT- und Cybersicherheitsexperten auch, mit der vermehrten Nutzung der von ihren Unternehmen angebotenen digitalen Dienste fertig zu werden. In der Umfrage von xMatters gaben 88,4 Prozent der Befragten an, dass die Nutzung der digitalen Serviceangebote ihres Unternehmens in den letzten sechs Wochen zugenommen hat. Aufgrund dessen konstatierten 79 Prozent an, dass ihr Unternehmen den Schwerpunkt noch stärker auf die Sicherheit der Infrastruktur und den Schutz der Privatsphäre legt.

Zwar gaben 75 Prozent der IT-Fachleute an zu glauben, dass ihr Unternehmen mit den Tools und Prozessen ausgestattet ist, um die verstärkte Nutzung der digitalen Serviceangebote zu unterstützen. Die Hälfte (50 %) ist jedoch der Ansicht, dass ihre IT-Umgebungen nun komplexer seien. Fast die Hälfte (49 %) meinte zudem, dass sie derzeit länger arbeiten und eine schlechtere Work-Life-Balance haben. Im Vergleich dazu äußerten 38 Prozent, dass sie zwar die gleiche Anzahl von Stunden arbeiten, ihr Arbeitstag sich jedoch verschoben hat oder sie Aufgaben außerhalb der herkömmlichen Arbeitszeiten erledigen.

Es ist schwer zu sagen, inwieweit all dies die „neue Normalität“ repräsentiert. Einige sagen, dass die Pandemie zwei Jahre dauern könnte. Nur eine Sache ist angesichts der Tatsache, wie plötzlich all diese Veränderungen vollzogen wurden, sicher: Wenn sich diese neue Normalität letztendlich etabliert hat, wird es eine größere Wertschätzung für die Fähigkeiten von IT- und Cybersicherheitsexperten geben.

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